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Stipprute – lange Rute, kurze Schnur, direktes Angelgefühl

Stipprute Das Stippfischen ist eine ganz besondere Angeldisziplin, die es vor allem Fans von Friedfischen angetan hat. Hervorstechendes Merkmal sind hier natürlich die besonders langen Ruten, die in manchen Fällen bis zu 15 m messen können. Doch auch das direkte Angelgefühl und die hohe Präzision sind gute Gründe, sich einmal etwas näher mit dem Stippfischen zu beschäftigen. Worauf du bei der Auswahl von Stippruten achten musst, erfährst du in unserem Ratgeber.
Besonderheiten
  • Besonders lange Ruten
  • Kurze Schnüre
  • Als Steck- und Telerute verfügbar
  • Vor allem Friedfische
  • Dynamisches Angelgefühl

Stippruten Test & Vergleich 2018

Eine Stipprute erkennt man immer sofort an ihrer ausgeprägten Länge. Nur wenige andere Rutenarten könne es unter diesem Gesichtspunkt mit ihr aufnehmen. Doch es gibt auch noch einige weitere Dinge, die zu ihrer Beliebtheit beitragen. Die wichtigsten davon sehen wir uns hier einmal genauer an.

Verfügbar als Steck- und Teleskopruten

Gegenüber anderen Rutenarten zeichnen sich Stippruten vor allem durch ihre Länge aus. Meistens sind sie über 3,5 Meter lang. Besonders große Ausführungen bringen es auf bis zu 17,5 Meter.

Eine weitere Besonderheit der Stipprute besteht darin, dass man in vielen Fällen keine Rolle verwendet. Das ist insofern ein wenig nachteilig, als man keine großen Schnurreserven hat, um einen kampfstarken Fisch durch Schnurgeben zu ermüden. Hier behilft man sich deshalb mit einem Gummiband, das man in der Rutenspitze einsetzt. Die Schnur ist daran mittels eines Konnektors befestigt.

Unberingte Ruten sind als Steck- und Teleskopruten erhältlich. Da die Schnur hier am Ende der Rute festgeknotet wird, bezeichnet man sie auch als Kopfruten.

Die wichtigsten Einsatzgebiete für die Stipprute

Das Stippfischen ist unter anderem deshalb so beliebt, weil man hier eine sehr gute Kontrolle über die Montage hat. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Bedingungen gut sind. Mit der Stipprute angelt man vor allem, wenn die Strömung nicht zu stark und das Wasser nicht zu tief ist. Das Haupteinsatzgebiet sind die nahen Uferbereiche von langsam fließenden Gewässern. Hier kannst du etwa bis zu einer Entfernung von 3 – 4 Metern und einer Tiefe von 2 Metern kontrolliert abfischen.

Bei starker Strömung ist die Rute nicht so gut geeignet, da sich die fischbare Drift hier zu sehr verkürzen würde. Schließlich brauchen Köder und Blei immer erst eine gewisse Zeit, um abzusinken. Wenn sich über einen längeren Zeitraum keine Bisse einstellen, sollte man deshalb zu einer anderen Rutenart greifen, beispielsweise zu einer Spinn- oder einer Fliegenrute.

Die beliebtesten Zielfische

Die Stipprute setzt man überwiegend zum Fangen von Friedfischen ein. Dabei punktet sie vor allem mit ihrer Vielseitigkeit. Man kann damit nämlich nicht nur kleine, sondern auch größere Fische wie beispielsweise Karpfen, Brassen und Schleien fangen.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Friedfische, die mit der Stipprute gefangen werden:

  • Rotfedern
  • Brassen
  • Karpfen
  • Rotaugen

Darüber hinaus setzen sie aber auch viele Angler ein, um auf Raubfische zu angeln. Das ist beim Tippangeln der Fall. Dabei befestigt man Kunstfliegen an der Schnur, mit denen Raubfische angelockt werden.

Vor- und Nachteile

VorteileNachteile
  • Hohe Präzision
  • Gute Kontrolle über die Montage
  • Direktes Gefühl für Köderführung und Drill
  • Eher nicht für starke Strömung und schwere Fische geeignet
  • Viele Ruten neigen zur Kopflastigkeit

Die wichtigsten Tipps zur Rutenauswahl

Auch wenn es eine große Auswahl an Stippruten gibt, findet man sich mit ein paar einfachen Leitlinien doch recht schnell darin zurecht. Die wichtigsten davon haben wir dir hier zusammengefasst.

Die Länge der Rute

Wie bereits kurz angesprochen steigt die Präzision beim Angeln mit der Kopfrute mit der Kürze der Schnur. Eine längere Rute bietet dir entsprechend Vorteile. Gleichzeitig kannst du besonders lange Ausführungen mit 10 Metern und mehr aber nur eingeschränkt an zugewachsenen Ufern verwenden. Hier bieten viele Modelle den Vorteil, dass du einzelne Segmente entfernen und die Rute so an deine individuellen Bedürfnisse anpassen kannst.

Kurze Ruten solltest du vor allem dann verwenden, wenn sich viele kleine Fische im ufernahen Bereich aufhalten (bis maximal 5 Meter). Die verwendete Montage sollte dabei 30 cm kürzer sein als die Rute. Das bietet dir den Vorteil, dass du gehakte Fische direkt in deine Hand schwingen kannst.

Grundsätzlich ist eine Steckrute stabiler als eine teleskopierbare Variante. Dafür erfordert sie auch etwas mehr Platz in deiner Angeltasche.

Das Rutengewicht

Da Stippruten sehr lang sein können, solltest du beim Kauf auf ein möglichst geringes Gewicht und eine ausgeglichene Balance achten. Wenn man eine kopflastige Rute längere Zeit in den Händen hält, kann das schnell zu Muskelkater führen.

Generell gilt eine Kombination von eher höherem Härtegrad und geringem Rutengewicht als optimal. Das liegt auch an dem Wind, der auf eine längere Rute einen stärkeren Einfluss hat als auf eine kürzere. Als gute Werte für Einsteiger gelten eine Länge von 12,5 m und ein Gewicht von 800 und 900 g. Wenn man etwas mehr Erfahrung hat, kann man es dann auch mit etwas längeren und schwereren Ruten bei schlechterem Wetter probieren.

Die Aktion der Rute

Ein wichtiges Charakteristikum des Stippfischens ist die Dynamik. Hier fühlst du den Köder und den Anbiss sehr direkt. Auch beim Drillen nimmst du jede Bewegung des Fisches unmittelbar wahr. Deshalb muss die Spitze einerseits sensibel sein, andererseits braucht auch das Rückgrat eine ausgeprägte Stabilität. Nimm die Rute deshalb immer erst einmal in die Hand und prüfe, ob der Schwerpunkt sich auch wirklich auf den letzten Stücken befindet. Mitunter ist das als Einsteiger nicht ganz leicht fühlbar, da mittlerweile immer mehr Ruten durchgängig aus Carbon gefertigt sind. Hier ist es entsprechend immer empfehlenswert, einige Testberichte zu lesen oder Erfahrungen von anderen Anglern einzuholen.

Ein Problem bei Carbon besteht darin, dass die Rute dadurch sehr fest und unbeugsam wird. Ist das Wetter schlecht oder beißt ein sehr großer Fisch an, ist immer die Gefahr eines Rutenbruchs gegeben. Deshalb musst du für einen Ausgleich sorgen, indem du beispielsweise eine Elastikmontage einsetzt (Wie das Ganze genau aussieht, darauf gehen wir in den späteren Absätzen noch ein).

Der Rutenhalter

Wenn du mit langen Ruten arbeitest, sollte immer auch ein Rutenhalter zu einer Ausstattung gehören. Hier kannst du sie einfach ablegen und damit Kraft sparen. Weiterhin bietet ein Rutenhalter den Vorteil, dass du die Rute erst einmal zurückziehen kannst, ehe du sie anhebst. Auf diese Weise vermeidest du es, sie an bruchempfindlichen Teilen anzuheben. Auch wird der hintere Teil der Rute vor Beschädigungen geschützt.

Am besten sind Rutenhalter mit gepolsterten Rollen geeignet. Hier lassen sich die Ruten am leichtesten einlegen und anheben. Praktisch ist es außerdem, wenn er möglichst breit ist.

Wenn du mehr über das Thema Rutenhalter erfahren willst, wirf ruhig einen Blick in unseren Ratgeber dazu.

Weitere Auswahlkriterien

Darüber hinaus solltest du beim Kauf und bei der Zusammenstellung der Rute noch auf ein paar weitere kleine Dinge achten. Die wichtigsten davon haben wir dir in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

AuswahlkriterienDetails
Material
  • Hochwertige Ausführungen in der Regel aus Kohlefaser gefertigt
  • Preisgünstiger, aber nicht ganz so leicht und stabil ist Glasfaser
Rolle
  • In der Regel nutzt man beim Stippfischen keine Rolle
  • Es gibt aber auch spezielle Ruten, die mit einer Stationärrolle ausgestattet werden können
  • Man kann zwischen Ausführungen mit und ohne Ringen wählen
Schnur
  • Richtet sich nach Rutenlänge und Rutenart
  • In der Regel eher leichtere monofile Schnur verwendet; Stärke 0,14 – 0,16
  • Grundsatz: Je kürzer die Schnur ist, desto punktgenauer kann man angeln
  • Bei Teleskopruten ist Schnur nur so lang wie Rute selbst, damit man Fisch anlanden kann
  • Bei Steckruten von 5 – 6 m Schnüre genutzt, die kürzer als die Rute sind
  • Vorfach: Im Normalfall Fluorocarbon-Vorfach; Stärke: 0,10 – 0,12
Blei
  • Vor allem kleine Spaltbleie
Haken
  • Vor allem kleine Haken
Köder
  • Möglichst geringes Ködergewicht
  • Vor allem Naturköder: Mais, Maden, Larven
Pose
  • Muss klein, sensibel und filigran verarbeitet sein, um Anbisse gut anzuzeigen
  • Auswahl abhängig von Gewässerart; bei stehenden Gewässern sollten tropfenförmige Posen mit einer maximalen Tragkraft von 1,5 g verwendet werden.

Die wichtigsten Hersteller von Stippruten

HerstellerBesonderheiten
Browning
  • Gehört zu bekanntesten Marken des deutschen Angelgeräteherstellers Zebco
  • Firmensitz: Tostedt
  • Große Auswahl an Angelruten, Rollen, Naturködern, Bekleidung und vielem mehr
  • Große Auswahl in den Bereichen Stipp- und Bolognese-Angeln
  • Beliebte Stipprute: Browning Argon, Bronwing Black Magic
  • Ruten punkten mit großer Länge und geringem Gewicht
  • Gehobenes Preissegment, Ruten für Fortgeschrittene
Colmic
  • Beliebte Stipprute: Colmic Extreme XT
  • Große Auswahl an Teleruten aus Super High Modulus Carbon
  • Hohlcarbon-Spitzen
  • Rauer Griffüberzug, sodass man auch mit feuchten Händen noch gut greifen kann
Shimano
  • Großer japanischer Hersteller von Angelbedarf
  • Gründung 1921
  • Beliebt Stipprute: Shimano Exage
  • Extras: Besonders dünne Spitzen, überwiegend Teleskopruten, Blank angereichert mit organischer Biofibre-Faser, PacBay-Beringung, Blank aus XT60 High Pressure Carbon

Hier haben wir dir auch gleich noch ein paar andere Hersteller zusammengefasst. Es gibt nämlich noch viele Anbieter, bei denen du hochwertige Stippruten geboten bekommst. Sieh dich einfach mal in den Sortimenten um. Hier ist bestimmt etwas Passendes für dich dabei:

  • Balzer
  • Spro
  • DAM
  • Cormoran
  • Sänger
  • Abu Garcia
  • Jenzi
  • Spro
  • Mitchell

Ein Überblick über beliebte Stippruten

DAM Glass Fiber Tele-Pole

( Rezensionen)
DAM Glass Fiber Tele-Pole

Besonderheiten

  • Material: Glasfaser
  • Verfügbare Längen: 3,00 m; 4,00 m; 5,00 m
  • Verfügbare Teilungen: 3-teilig, 4-teilig, 5-teilig
Diese Rute von DAM ist speziell für Einsteiger und Gelegenheitsangler konzipiert worden. Für gerade einmal 20 Euro bekommst du hier eine erste Ausrüstung geboten, mit der du diese Angelmethode erst einmal ausprobieren kannst. Es handelt sich um eine unberingte Rute. Das heißt, du knotest die Schnur an der Spitze fest.

Die Qualität der Rute wird überwiegend als positiv beschrieben. Viele Nutzer freuten sich über das geringe Gewicht und die Haltbarkeit. Empfohlen wird sie deshalb auch als Einsteiger-Angel für Kinder. Einige Benutzer sprechen von Angelausflügen, bei denen innerhalb einer Session mühelos 35 Rotfedern gefischt wurden. Es wird aber auch darauf hingewiesen, dass es sich hier nicht um hochwertiges Karbon, sondern um preisgünstigere Glasfaser handelt. Bei größeren Fischen wie beispielsweise Karpfen kann es also durchaus passieren, dass sie an ihre Grenzen stößt.

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Skorpion-Stipprute

( Rezensionen)
Skorpion-Stipprute

Besonderheiten

  • Länge: 6,00 m
  • Gewicht: 450 g
  • Transportlänge: 1,20 m
  • Verbindungsmechanismus: Teleskoprute
Bei dieser teleskopierbaren Rute freuen sich Besitzer vor allem über das faire Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier bezahlst du gerade einmal 20 Euro für eine Ausstattung, mit der du dich im Stippfischen erst einmal ausprobieren kannst. Es handelt sich auch bei dieser Rute um eine unberingte Ausführung. Das heißt, die Schnur wird auch hier am Kopfende festgeknotet. Einige Nutzer verwendeten Sie vorrangig zum Fangen von Köderfischen, wobei sie sich durchweg überzeugend zeigte. Als kleiner Kritikpunkt wurde lediglich angemerkt, dass die Rute nicht in Polsterfolie eingepackt war.
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2,70 m Kopfrute

( Rezensionen)
2,70 m Kopfrute

Besonderheiten

  • Länge: 2,70 m
  • Transportlänge: 1,10 m
  • Keine Rolle erforderlich
  • Teleskoprute
  • Schnur und Posen im Lieferumfang enthalten
Diese relativ kurze Kopfrute ist etwas für Einsteiger und all diejenigen, die nur gelegentlich mal eine Angel ins Wasser halten. Sie überzeugt mit ihrem günstigen Preis und ihrer unkomplizierten Nutzung – einfach ausfahren, auswerfen und schon kann es losgehen. Auch das Handgefühl wird als sehr angenehm beschrieben.

Natürlich hat die Rute aber auch ihre Grenzen. Gerade bei größeren Kalibern musst du hier aufpassen, da es schnell zu Rutenbrüchen kommen kann. Außerdem ist das Modell für eine Stipprute relativ kurz, sodass du damit eher vom Boot als vom Ufer aus angeln kannst.

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Balzer Stippruten-Set mit Fertigangel

( Rezensionen)
Balzer Stippruten-Set mit Fertigangel

Besonderheiten

  • Verfügbare Längen: 3, 4, 5 und 6 Meter
  • Unberingte Rute
  • Material: Hochverdichtete Glasfaser, Titanium-SiC-Beringung, Rollenhalter aus Edelstahl und Nylon/ABS, Duplon-Griffe
  • Schnur/Vorfach: 0,12 mm/0,10 mm
  • Hakengröße: 18
Auch diese Rute ist ein gutes preisgünstiges Einsteigermodell. Selbst Kindern liegt sie gut in der Hand. Die meisten Nutzer verwenden Sie, um Köderfische zu fangen, und erfreuen sich dabei an großen Erfolgen. Hervorgehoben wird weiterhin das gute Rückgrat, das anders als bei vielen anderen Stippruten auch mit schweren Kalibern umgehen kann.
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Die richtige Pflege deiner Stipprute

Die Pflege einer Angelrute ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Solange du ein paar kleine Tipps beachtest und die Reinigung regelmäßig vor und nach dem Angeln vornimmst, hast du lange deine Freude daran. Die wichtigsten Reinigungstipps findest du in unseren Artikeln zur Felchen- und zur Fliegenrute. Klicke einfach auf die Links.

Gerade bei langen Ruten kommt es auf eine gewissenhafte Pflege der Verbindungsstellungen an. Wie schnell lagert sich hier nicht Sand ab, der die Leichtläufigkeit der einzelnen Segmente behindern und zu unschönen Kratzern führt. Doch keine Sorge, wenn du ein paar unkomplizierten Pflegehinweisen folgst, kann überhaupt nichts passieren. In den folgenden beiden Artikeln erfährst du, wie es funktioniert.

Rotfedern, Brassen & Co. – so angelst du erfolgreich mit der Stipprute

In diesem Abschnitt haben wir viele praktische Tipps zum Angeln mit der Stipprute für dich. Hier erfährst du, wie du eine Stippmontage zusammenfügst, worauf du beim Auswurf und beim Anlanden achten musst und wie du deine Rute richtig zusammensteckst.

Der Aufbau der Stippangel-Montage

Die beim Stippangeln verwendete Montage zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus, mit denen sie speziell für das Fangen von kleineren Weißfischen geeignet ist. Hier haben wir eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für dich, mit der du die Montage zusammenstellen kannst.

  • Fädele eine Stipppose mit einem Tragegewicht von 1,5 g auf die Hauptschnur (Stärke 0,14 – 0,16).
  • Binde ein etwa 0,7 m langes Fluorocarbon-Vorfach mit einer Stärke von 0,10 – 0,12 an. Verwende dabei am besten einen Albright-Knoten.
  • Bring die Bleischrote über dem Vorfach an, um die Pose auszutarieren. Bei einer 1,5-g-Pose verwendest du die Größen 3, 5 und 6. Bring Sie von oben nach unten jeweils in Dreierreihen mit gleichmäßigen Abständen an. Am Ende muss der Schwimmer so austariert sein, dass über dem Wasser nur noch die Antenne zu sehen ist.

Tipp zur Präsentation des Köders

Beim Stippangeln muss man immer erst ein wenig probieren, um den Köder optimal präsentieren zu können. Hierbei variierst du die Entfernung zwischen den Bleischroten. Wenn du den Köder beispielsweise beim langsamen Absinken anbieten willst, fixierst du die Schrote mit gleichmäßigem Abstand zwischen Pose und dem Vorfach. Willst du den Köder hingegen eher auf dem Boden anbieten, da die Fische sich gerade dort aufhalten, bringst du die Bleie dicht beieinander knapp über dem Vorfach an.

Vorsicht beim Zusammenstecken deiner Rute

Die meisten Stippruten sind als Steckruten ausgeführt. Hier kommen in der Regel Put-over-Verbindungen zur Anwendungen. Die Verbindung entsteht dadurch, dass man das dünnere Teil über das jeweils dickere steckt. Der Vorteil dieser Verbindungsart besteht darin, dass sich die einzelnen Teile schnell und einfach zusammenstecken lassen.

Wichtig ist dabei, dass du beim Auf- und Abstecken immer behutsam bist und das Ganze mit einem leichten Dreh machst. Wenn du die Teile zu kräftig ineinandersteckst, kann es sonst passieren, dass die Verbindungsstellen beschädigt werden oder dass du sie am Ende des Angeltags nicht mehr auseinanderziehen kannst.

Außerdem sollten die Teile auch nicht zu lose verbunden sein. Gerade beim Anheben der langen Rute kann es da schnell zu Brüchen kommen. Überprüfe deshalb vor dem ersten Auswurf immer den genauen Sitz der Verbindungsstellen.

Tipps zur Technik

Beim Auswerfen der Stipprute ist eigentlich keine besondere Wurftechnik notwendig. Ein leichter Schwung ist völlig ausreichend, um den Köder an der gewünschten Stelle zu präsentieren.

Wie man danach weiterfischt, ist Geschmackssache. Bewährt hat sich aber das Angeln im Sitzen. Es ist besonders kraftschonend und man kann auf diese Weise am längsten ermüdungsfrei angeln. Am besten setzt du dich leicht seitlich zum Wasser und legst die Rute über das Knie. Das Ende stützt du mit dem Unterarm ab. Auf diese Weise hast du den Vorteil, dass du die Rutenlänge bequem ausnutzen und trotzdem bequem fischen kannst.

Bei der Härte des Anschlags gibt es verschiedene Vorgehensweise. Fischst du mit einer normalen Spitze, genügt in der Regel ein leichter Zug aus dem Handgelenk, um den Fisch zuverlässig an den Haken zu bekommen. Wenn du hingegen einen Wettkampfgummi nutzt, musst du auch dessen Dehnung berücksichtigen und den Anschlag entsprechend ein wenig härter setzen.

Anbei haben wir eine kurze Zusammenfassung des Ablaufs für dich, an der du dich erst einmal orientieren kannst:

  • Nimm die Rute nach einem Anbiss zur Seite und halt sie nach oben. Das Elastikband fängt dabei die Flucht ab.
  • Halt die Rute so lange still, bis der Fisch müde wird und bis sich das Elastikband an der Spitze der Rute wieder zurückzieht. Danach schiebst du die Rute in einer gleichmäßigen Bewegung waagerecht nach hinten.
  • Ist der Fisch müde und in Ufernähe, trennst du die ersten Rutenteile von hinten ab.
  • Zieh den Fisch mit der Rutenspitze über das Landungsnetz und hebe ihn damit an Land.

Beim Landen des Fisches nimmt man die Rute üblicherweise auseinander. An welcher Stelle du das tust, ist von der Größe des Fisches abhängig. Handelt es sich um ein größeres Kaliber, nimmst du die Rute eher in der Nähe der Spitze auseinander. Die größeren Fische musst du nämlich erst einmal zu dir heranziehen. Du kannst sie nicht direkt in deine Hand schwingen lassen. Wenn du mit dem Wettkampfgummi fischst, musst du selbst die kleinen Fische keschern, da er sonst zu stark gedehnt wird.

Rute nicht auf dem Wasser ablegen

Es ist nicht empfehlenswert, die ganze Rute auf dem Wasser abzulegen. So kannst du bei einem Biss nämlich nicht schnell genug reagieren. Bei Wind kann es aber hilfreich sein, die ersten zwei Rutensegmente unter Wasser zu tauchen. So kann man das Blank bei starkem Wind ruhiger halten. Bei klarem Wasser solltest du das allerdings nicht tun, da dadurch die Fische verscheucht werden. Außerdem ist es bei sonnigem Wetter empfehlenswert, nicht direkt unter der Rutenfische zu fischen, da auf diese Weise die Fische durch den Schatten abgeschreckt werden.

Darauf achten Angler besonders

Unter Anglern ist die Stipprute durchaus nicht unumstritten. Für manche ist sie nur eine Angel ohne Rolle und damit eher ein Einsteigerspielzeug. Andere heben hingegen ihre Präzision und den direkten Kontakt mit dem Fisch hervor. Begeisterte Stippfischer freuen sich immer wieder über das dynamische Gefühl beim Haken und Drillen.

Ein häufiger Streitpunkt ist die Frage, ob es eine beringte oder eine unberingte Rute sein soll. Als Vorteile der Kopfrute werden die höhere Präzision und die Federung der Fluchten durch den Gummizug. Somit können auch eher ungeübte Stippe große Brassen und Karpfen anlanden. Allerdings ist das eher die Ausnahme. Erfahrene Angler nutzen die Kopfrute eher zum Fangen von Köderfischen. Dabei betonen sie aber immer noch den höheren Spaßfaktor der unberingten Ausführung. Eine Diskussion zu dem Thema findest du in diesem Thread des blinker.de-Forums.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, auf den Profis viel Wert legen, ist die Haltbarkeit. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Rute nicht automatisch haltbarer sein muss, weil sie aus Karbon besteht. Viele Ruten der unteren Preiskategorie brechen auch, wenn sie darauf bestehen. Hier ist immer genau darauf zu achten, um welche Art Karbon es geht und welche Belastungsgrenze vorliegt. Genauer wird das Thema in dieser Forumsdiskussion von anglerboard.de behandelt.

Fazit

Du suchst dynamischen Angelspaß und willst deine Köder auch in unwegsamen Uferbereichen präzise präsentieren? Dann sollte eine Stipprute zu deinem Standardrepertoire gehören. Mit ihrer Länge lässt sich der Köder unkompliziert an die richtige Stelle manövrieren. Wenn du einmal die richtige Stelle gefunden hast, kannst du dann der Reihe nach viele Rotaugen, Rotfedern und viele weitere Sorten in deine Hand schwingen lassen. Die Arbeit mit der Stipprute erfordert aber auch einiges an Übung. Ein wenig ungewohnt ist hier meistens, dass die Schnur bei Kopfruten an der Rutenspitze befestigt ist und dass es keine Rolle gibt. Wenn du dich mit diesen Kleinigkeiten aber erst einmal arrangiert hast, wirst du das Stippfischen mit Sicherheit nicht ganz so schnell wieder aufgeben. Wir hoffen, du hast in unserem Ratgeber alles erfahren, was du wissen wolltest, und wünschen dir nun viel Spaß am Wasser.

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